Frankfurt a.M. (epd). Angesichts der Hitzewelle sind am Wochenende die Rufe nach besserem Schutz gegen Extremtemperaturen lauter geworden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz mahnte rasche Maßnahmen in Pflegeheimen an. Die Grünen forderten von der Bundesregierung einen „Aktionsplan gegen den Hitze-Hammer“. Dazu gehöre ein Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren. Der Städtetag forderte derweil mehr Mittel vom Bund für den Hitzeschutz.
Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Samstag, der Sommer habe gerade erst begonnen und bereits jetzt litten viele der 800.000 Heimbewohner unter den extremen Temperaturen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) und Bundesklimaminister Carsten Schneider (SPD) müssten dafür noch in diesem Jahr verbindliche Investitionen zusagen.
„Aber auch die Länder stehen in der Verantwortung, denn es fehlen überzeugende Anstrengungen in diesem Bereich“, erklärte Brysch. Bestandsbauten müssten endlich den klimatischen Bedingungen angepasst werden. Bei Neubauten dürfe die Raumtemperatur 25 Grad nicht überschreiten.
Fünf Milliarden Euro für Bäume und Entsiegelung gefordert
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge schlug ein neues Förderprogramm des Bundes für soziale Einrichtungen vor. Dabei sei neben besserer Belüftung und Dämmung der Gebäude „volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Verbindung mit Solaranlagen“ nötig. In diese Maßnahmen solle ein Teil des Sondervermögens Infrastruktur fließen.
Für den Hitzeschutz in den Städten fordern die Grünen eine „Stadtbaum- und Entsiegelungsoffensive“. Mit fünf Milliarden Euro könnten dort viele grüne und kühlende „Oasen“ entstehen. Auch solle der Bund Hitze-Aktionspläne für jede Kommune verbindlich machen. Diese sollten verstärkt öffentliche Abkühl-Orte wie Bibliotheken oder Museen ausweisen, Kühlräume mit kostenlosem Wasser schaffen und die Zahl öffentlicher Trinkbrunnen erhöhen.
Sonnencremespender in den Städten
Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß mahnte mehr Vorsorge gegen Hitzewellen an und sieht dabei vor allem die Kommunen in der Pflicht: „Viele Städte haben noch keine ausreichenden Strategien, um auf Hitzewellen angemessen reagieren zu können“, sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung der „Rheinischen Post“ (Montag). Nötig seien mehr klimatisierte Räume, kühle Orte, Bäume und Trinkbrunnen. Er sprach sich auch für die Einrichtung von Sonnencremespendern in den Städten aus.
Der Städtetag verwies indes auf die klammen Haushalte der Kommunen. Städtetags-Präsident Burkhard Jung (SPD) forderte in der „Rheinischen Post“ (Samstag) Bund und Länder dazu auf, mehr Mittel für den Hitzeschutz in den Kommunen zur Verfügung zu stellen. Viele Kommunen hätten praktisch keine Möglichkeit für Investitionen angesichts eines Defizits der kommunalen Haushalte von 30 Milliarden Euro pro Jahr.




