Texas führt Bibel-Lesepflicht in Schulen ein

Texas führt Bibel-Lesepflicht in Schulen ein
Schüler in Texas müssen künftig bestimmte Bibelpassagen im Unterricht lesen. Nirgendwo sonst in den USA gibt es eine derartige Vorschrift, denn eigentlich gilt das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat.

Washington (epd). Als erster US-Bundesstaat verpflichtet Texas seine Schüler dazu, bestimmte Bibel-Passagen im Unterricht zu lesen. Die Schulbehörde „Board of Education“ führte am Freitag (Ortszeit) eine entsprechende Regelung ein, wie die Zeitung „Houston Chronicle“ berichtete. Texas und die USA seien schon immer „eine christliche Nation“ gewesen, begründete Brandon Hall von der Schulbehörde die Entscheidung. Zu den vorgeschriebenen Texten gehören das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus dem Lukasevangelium, die Schöpfungsgeschichte im Buch Genesis sowie das Buch Jona.

Die Vorschrift sorgt für heftige Debatten im Bundesstaat. Sein Sohn müsse religiöse Texte lesen, die seine Familie nicht teile, protestierte der Rabbiner Joshua Fixler aus Houston in einem örtlichen Fernsehsender. Der Streit um das Bibellesen in staatlichen Schulen in den USA währt schon seit Jahrzehnten. 1963 fällte das Oberste Gericht ein noch heute angefochtenes Urteil: Staatliche Schulen seien bei religiösen Angelegenheiten neutral und dürften Kindern das Lesen der Bibel nicht vorschreiben.

Poster mit den Zehn Geboten im Klassenzimmer

Texas im konservativen Bibelgürtel der USA wird von Politikern der Republikanischen Partei regiert. Im Juni 2025 beschloss das Parlament des Bundesstaates, dass in jedem Klassenzimmer dauerhaft „ein Poster oder eine umrahmte Darstellung“ mit den biblischen Zehn Geboten hängen muss. In Texas gehen mehr als fünf Millionen Kinder zur Schule.