Dakar, Bamako (epd). In der malischen Stadt Timbuktu sind infolge einer schweren Treibstoffknappheit die Wasser- und Stromversorgung weitgehend zusammengebrochen. Wie der französische Nachrichtensender RFI unter Berufung auf Einwohner berichtete, sind große Teile der Stadt seit Dienstag ohne Elektrizität und fließendes Wasser. Grund für die akute Treibstoffknappheit ist eine seit Monaten anhaltende Blockade durch islamistische Gruppen.
Laut dem Bericht ist das Kraftwerk der Stadt wegen fehlenden Treibstoffs vollständig außer Betrieb, weshalb die Anlagen der staatlichen Strom- und Wasserversorger stillstehen. Bewohnerinnen und Bewohner sprächen von stundenlangen Wartezeiten vor den Brunnen der Stadt - die momentan einzige Wasserquelle - und schlechten hygienischen Bedingungen bei Temperaturen von mehr als 40 Grad.
Blockade seit September
Die Stadtverwaltung kündigte RFI zufolge am Donnerstag an, gemeinsam mit dem Zivilschutz ab Freitag eine Sonderaktion zur Verteilung von Trinkwasser zu starten. Das Krankenhaus der Stadt wird weiterhin mithilfe von Solaranlagen und Notstromaggregaten versorgt, die Tankstellen der Stadt sind jedoch seit etwa einem Monat leer.
Die Terrorgruppe JNIM und ihre Verbündeten blockieren seit September den Warenverkehr in die Stadt. Während zuvor Treibstoff auf dem Schwarzmarkt erhältlich war, hätten Händler aus Angst vor Drohnenangriffen der malischen Armee den Schmuggel von Treibstoff aus Algerien weitgehend eingestellt, berichtete der Sender. Auf dem Schwarzmarkt kostet ein Liter Benzin demnach inzwischen bis zu 3.000 CFA-Franc (etwa 4,60 Euro) und damit mehr als das Dreifache des offiziellen Preises.




