Erfurt (epd). Die Thüringer Regierungsfraktionen von CDU, SPD und BSW wollen die christlichen Kirchen und „den christlich-abendländischen Charakter“ des Bundeslandes schützen. In einem Antrag, der am Freitag im Landtag in Erfurt auf der Tagesordnung steht, wird die Landesregierung aufgefordert, sich klar für den Schutz der gesetzlichen Feiertage einzusetzen. Zudem soll die Landesregierung über die Zusammenarbeit mit den Kirchen, der jüdischen Landesgemeinde sowie mit anderen Glaubensgemeinschaften Bericht erstatten.
Hintergrund seien unter anderem die Programmdiskussionen der AfD in Sachsen-Anhalt über die Streichung christlicher Feiertage und ihre Ersetzung durch Sonnenwendfeiern, teilte die CDU-Fraktion am Donnerstag mit.
Gegen „Symboldebatten“
In dem Antrag heißt es, „christliche Feiertage, Feste, Riten und Traditionen“ seien in der Gesellschaft verwurzelt und bildeten „einen festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens“. Die Kirchen besäßen zusammen mit anderen Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften „einen verfassungsrechtlich gesicherten Rang“. Vorschlägen, die gesetzlichen Feiertage einzuschränken oder gar abzuschaffen, müsse eine klare Absage erteilt werden.
Die Sprecherin für Religionsgemeinschaften und Kirchenfragen der CDU-Fraktion, Christina Tasch, erklärte, christliche Feiertage seien „kein Spielball politischer Symboldebatten“. Sie gehörten zu Thüringen „wie die Wartburg, unsere Dorfkirchen und das Läuten am Sonntagmorgen“. Auf der Tagesordnung der Plenarsitzung am Freitag steht auch ein Antrag der AfD-Fraktion, die Staatsleistungen an die Kirchen zu reduzieren.




