Venezuelas Regierung ruft nach Erdbeben Notstand aus

Venezuelas Regierung ruft nach Erdbeben Notstand aus
Zwei starke Erdbeben haben Venezuela am Mittwoch erschüttert. Es könnte Tausende Opfer geben.

Frankfurt a.M., Caracas (epd). Nach zwei starken Erdbeben in Venezuela hat die Übergangsregierung des Landes den Notstand ausgerufen. Bislang seien 32 Todesopfer registriert und über 700 Verletzte, sagte Interimspräsidentin Delcy Rodríguez in einer Fernsehansprache in der Nacht auf Donnerstag. Allerdings enthalten die Zahlen Rodríguez zufolge noch keine Opfer aus der am schlimmsten betroffenen Region La Guaira.

Die zwei aufeinanderfolgenden Beben der Stärke von 7,2 und 7,5 ereigneten sich gegen 18 Uhr am Mittwoch (Ortszeit). Das Epizentrum lag im Norden des Landes an der Karibikküste. Nach Berechnungen des Geologischen Dienstes der USA (USGS) könnte es Tausende bis Zehntausende Opfer geben.

Schon vor Erdbeben Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Rodríguez zufolge haben mehrere Länder die Entsendung von Rettungsteams angekündigt, darunter die USA, die Dominikanische Republik, El Salvador, Mexiko und Katar. Auch humanitäre Hilfe sei unter anderem von China und Brasilien angeboten worden.

Rodríguez regiert das südamerikanische Land, seit die USA Anfang Januar in einer Militäroperation den autoritär herrschenden Präsidenten Nicolás Maduro verschleppten. Rodríguez, die bis dahin Vizepräsidentin war, treibt in enger Zusammenarbeit mit der US-Regierung eine wirtschaftliche Öffnung des offiziell sozialistisch regierten Landes voran. Die Wirtschaft liegt nach Jahrzehnten von Sanktionen und Misswirtschaft am Boden. Den UN zufolge sind fast acht Millionen Menschen dringend auf Hilfe angewiesen. Die Hoffnung auf eine Demokratisierung ist inzwischen verebbt.