Berlin (epd). Etwa jede fünfte Tasse Kaffee ist einem Bericht mehrerer Verbände zufolge mit giftigen Pestizidrückständen belastet. Beim Anbau von konventionellem Kaffee kämen 159 Pestizid-Wirkstoffe zum Einsatz, von denen mehr als die Hälfte in der Europäischen Union verboten seien, teilte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am Donnerstag mit. Der Bericht stammt von der Organisation „Coffee Watch“, dem entwicklungspolitischen Netzwerk „Inkota“, dem „Pesticide Action Network UK“ und der DUH.
Zwar verbiete die EU den Einsatz einiger Pestizide, hieß es. Trotzdem dürften die Stoffe dort produziert und in die Anbauländer exportiert werden. Die vier Organisationen forderten, den Export zu beenden und Unternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen.
Massive Gesundheitsschäden
Der Einsatz von Pestiziden in den Anbauländern schade nicht nur der Natur, sondern gefährde auch die Menschen, hieß es. Die eingesetzten Wirkstoffe stünden nachweislich mit „massiven Gesundheitsschäden“ wie Krebs und Fortpflanzungsschäden in Zusammenhang.
Grundlage des Berichts sind den Angaben zufolge wissenschaftliche Literatur und öffentliche Daten. Auch Feldforschung in wichtigen Anbaugebieten wie Brasilien, Vietnam, Kenia und Kolumbien sei berücksichtigt worden, hieß es.




