AWO: Jugendhilfeleistungen rechnen sich nach wenigen Jahren

AWO: Jugendhilfeleistungen rechnen sich nach wenigen Jahren
Die Debatte über Leistungskürzungen geht weiter. Am Donnerstag sind sie Thema beim Treffen der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Merz. Laut einer neuen AWO-Studie rechnen sich Jugendhilfeausgaben in kurzer Zeit.

Berlin (epd). Zum Auftakt der Beratungen der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) neue Berechnungen zu den Folgekosten von Sozialkürzungen vorgelegt. Zu den diskutierten Einschränkungen in der Jugendhilfe sagte Bundesvorstand Marvin Deversi, zwar nehme man „den finanziellen Druck in den Kommunen sehr ernst“. Doch wenn über den Abbau sozialer Leistungen diskutiert werde, „müssen auch die Folgekosten dieser Einschnitte berücksichtigt werden“.

Hintergrund der Diskussion sind die im Rahmen des Bund-Länder-Prozesses „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“ bekannt gewordenen Pläne über mögliche Kürzungen auch in der Jugendhilfe.

„Kinder- und Jugendhilfe rechnet sich“

Die neuen Berechnungen zeigten klar, „dass die Kinder- und Jugendhilfe sich allein finanziell rechnet“. Es gehe um „Investitionen in Menschen, aber auch um positive finanzielle Auswirkungen für die Betroffenen, die öffentliche Hand und die Gesellschaft“. Deversi forderte dazu auf, den Blickwinkel zu ändern: Die auf den Prüfstand gestellten Leistungen seien nicht nur Kostenpunkte. Sie schafften Zugänge zu Bildung, Gesundheit und Arbeitsmarkt. So amortisierten sich die sozialen Dienste und es entstünden „umfangreiche positive Veränderungen für Individuen und die Gesellschaft“, so der Vorstand.

Die ersten Ergebnisse zeigten, dass sich die beiden im Detail untersuchten Jugendhilfeleistungen (Nachbetreuung junger Erwachsener, die aus den Regelstrukturen der Jugendhilfe ausscheiden, sowie die Hilfen zur Erziehung für unbegleitete minderjährige Ausländer) nach zwei beziehungsweise nach 5,5 Jahren finanziell rentieren - allein durch den geschaffenen gesellschaftlichen und finanziellen Mehrwert.