In Anwesenheit von Fernandes: Petition an Abgeordnete übergeben

In Anwesenheit von Fernandes: Petition an Abgeordnete übergeben
Im März machte Collien Fernandes ihr widerfahrene Gewalt öffentlich. Eine Petition für eine nationale Strategie gegen männliche und digitale Gewalt erreichte mehr als 336.000 Unterschriften. Darin enthalten sind zehn Forderungen.

Berlin (epd). Eine von mehr als 336.000 Menschen unterzeichnete Petition für eine nationale Strategie gegen männliche und digitale Gewalt ist vor dem Reichstagsgebäude an Bundestagsabgeordnete übergeben worden. Die Geschäftsführerinnen der Organisation HateAid übergaben sie gemeinsam mit der Moderatorin Collien Fernandes und den Initiatorinnen am Mittwoch an die Fraktionsspitzen und frauenpolitischen Sprecherinnen von SPD, Grünen und Linken. Auch die Union sei angefragt worden, hieß es.

Die Petition trägt den Titel „In Solidarität mit Collien Fernandes: 10 Forderungen an die Bundesregierung“. Zu den rund 250 Erstunterzeichnerinnen aus Politik, Wirtschaft und Kultur gehören unter anderem die Schauspielerinnen Maren Kroymann, Maria Furtwängler und Veronica Ferres und die Comedians Hazel Brugger und Carolin Kebekus. Fernandes hatte im März ihr widerfahrene Gewalt öffentlich gemacht. Dies löste gesellschaftliche Debatten und bundesweite Demonstrationen aus.

Regulierung von Plattformen

Zu den Kernforderungen der Petition gehören unter anderem die Strafbarkeit der Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes und eine Regulierung der Plattformen. So sollen etwa Apps, mit deren Hilfe sexualisierte Deepfakes erstellt werden können, aus den App Stores verbannt werden. Bei Untätigkeit sollen Sanktionen folgen.

Mit der Entwürdigung und Entmenschlichung von Frauen Geld zu verdienen, dürfe kein lukratives Geschäft sein, sagte Hate-Aid-Co-Geschäftsführerin Anna-Lena von Hodenberg. Ein digitales Gewaltschutzgesetz unter anderem mit Rechtsansprüchen auf schnelle Löschung und Identifizierung der Täter sei erforderlich.