Berlin (epd). Die Vorschläge der Rentenkommission stoßen beim Deutschen Frauenrat auf eine geteilte Reaktion. Der Vorschlag, Minijobs in ihrer heutigen Form abzuschaffen, sei zu begrüßen, erklärte Vorstandsmitglied Heide Mertens am Mittwoch. Das Gleiche gelte für die Idee, weitere Personengruppen ins gesetzliche Rentensystem einzubeziehen. „Die vorgeschlagenen Freibeträge in der Grundsicherung können Frauen unterstützen, die von Altersarmut bedroht sind“, fügte Mertens hinzu.
Dagegen warnte der Frauenrat vor der ebenfalls empfohlenen Anhebung des Renteneintrittsalters. Die Dachorganisation der deutschen Frauenverbände kritisierte zudem die Anregung der Kommission, Einschränkungen bei der Hinterbliebenenrente zu erwägen.
Rat fordert „Abbau von Entgeltungleichheit“
Es müsse berücksichtigt werden, „dass die gesetzliche Rente für Frauen die wichtigste Quelle ihrer Altersvorsorge ist“, erklärte der Verband. Frauen benötigten „bessere Möglichkeiten, eigenständige Rentenansprüche aufzubauen: durch existenzsichernde Löhne, den Abbau von Entgeltungleichheit, eine Umverteilung von Sorgearbeit sowie eine verlässliche Infrastruktur für Kinderbetreuung und Pflege“, erläuterte Vorstandsmitglied Mertens.
Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hatte am Dienstag 33 Empfehlungen ausgesprochen. Unter anderem sollen Minijobs nicht mehr von Rentenbeträgen befreit werden können und generell den Sonderstatus im Steuer- und Sozialversicherungsrecht verlieren. Ausnahmen soll es nur für Schülerinnen und Schüler geben. Auch Abgeordnete, Selbstständige und Vorstände von Aktiengesellschaften sollen künftig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen.




