Foodwatch fordert Transparenz bei Lebensmittelkontrollen

Foodwatch fordert Transparenz bei Lebensmittelkontrollen
Laut Foodwatch waren die Lebensmittelbehörden im vergangenen Jahr nicht in der Lage, alle gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen durchzuführen. Die Organisation fordert Reformen gegen die Überlastung der Behörden.

Berlin (epd). Laut der Verbraucherorganisation Foodwatch ist im vergangenen Jahr mehr als jede vierte Lebensmittelkontrolle in Deutschland ausgefallen. Ein Großteil der rund 400 angefragten Ämter habe es nicht geschafft, alle vorgeschriebenen Routinekontrollen vorzunehmen, teilte Foodwatch unter Berufung auf eine eigene Umfrage am Mittwoch in Berlin mit. Die Lebensmittelüberwachung in Deutschland sei am Limit.

Im Schnitt hätten die Lebensmittelbehörden rund 71 Prozent der vorgeschriebenen Kontrollen geschafft, hieß es. Foodwatch fordert deshalb ein Transparenz-System. Behörden müssten gesetzlich verpflichtet werden, zu veröffentlichen, welche Kontrollen sie durchgeführt haben und welche Ergebnisse es gab, erklärte Foodwatch-Geschäftsführer Chris Methmann. Dies sei der entscheidende Punkt.

Aushang von Kontrollergebnissen

Vorbild sei Dänemark, betonte Methmann. Dort hänge an jedem Lebensmittelbetrieb das Ergebnis der letzten Kontrolle aus. Seitdem sinke die Beanstandungsquote. Dies entlaste die Behörden, da bei weniger Beanstandungen auch weniger kontrolliert werden müsse. Damit sei auch Verbraucherinnen und Verbrauchern geholfen.

Foodwatch hat den Angaben zufolge über das Portal „Frag den Staat“ bei 398 Ämtern gefragt, wie viele Routinekontrollen sie vornehmen sollen und wie viele tatsächlich stattgefunden haben. Etwas mehr als die Hälfte der Ämter habe auswertbare Daten geliefert. Nur 15 Prozent der Behörden hätten alle Kontrollen durchgeführt. 85 Prozent der Ämter hätten es hingegen nicht geschafft, das vorgeschriebene Soll zu erfüllen.