Bonn (epd). Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz sieht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Bund, Land und Kommunen besser auf künftige Krisen und Katastrophen vorbereitet. „Die Flutkatastrophe im Ahrtal war eine Zäsur für den Bevölkerungsschutz in Deutschland. Sie hat uns schmerzhaft vor Augen geführt, welche Folgen extreme Ereignisse haben können“, sagte die BBK-Präsidentin Grit Tüngler am Dienstag in Bonn. Anlass ist der Jahrestag des Hochwassers - am 14. und 15. Juli 2021 waren in Deutschland mehr als 180 Menschen gestorben und zahlreiche Orte zerstört worden. Die Starkregenfälle hatten zu starken Überschwemmungen von Bächen und Flüssen in mehreren Teilen Deutschlands geführt.
Die Katastrophe sei „ein Auftrag, den Bevölkerungsschutz konsequent weiterzuentwickeln“, betonte Tüngler. Vieles sei mittlerweile verbessert. In diesem Zusammenhang verwies sie auf den im Mai beschlossenen Pakt für den Bevölkerungsschutz. Bis 2029 sollen insgesamt zehn Milliarden Euro in Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung investiert werden. Schwerpunkte sind unter anderem moderne Ausstattung, leistungsfähige Warn- und Kommunikationssysteme, die Stärkung des Ehrenamts sowie die Verbesserung von Aus- und Fortbildung.
Gemeinsame Standards wurden entwickelt und eingeführt
Eine zentrale Lehre aus der Flutkatastrophe betreffe die Zusammenarbeit im Krisenmanagement, hieß es. Große Schadenslagen machten nicht an Verwaltungsgrenzen Halt. Umso wichtiger sei es deshalb, dass Verantwortliche in Kommunen, Ländern und Bund nach gemeinsamen Standards arbeiteten und in Krisen schnell handlungsfähig seien. Deshalb hätten Bund und Länder in den vergangenen Jahren die Krisenmanagementausbildung grundlegend weiterentwickelt. Erstmals seien gemeinsame und verbindliche Ausbildungsstandards vereinbart worden, die eine übergreifende Zusammenarbeit stärkten.
Eine weitere wichtige Konsequenz aus der Flutkatastrophe war die Weiterentwicklung des Warnsystems. Mit der Einführung von Cell Broadcast können Warnmeldungen heute direkt auf Mobiltelefone in einem betroffenen Gebiet gesendet werden - schnell, niedrigschwellig und unabhängig von einer installierten App. Zugleich wurde der Bestand an Sirenen ausgebaut.




