Bachfest-Eklat: Festival zieht erste Konsequenzen

Bachfest-Eklat: Festival zieht erste Konsequenzen
Das Leipziger Bachfest hat für 2026 eine Rekordbilanz vorgelegt. Doch kurz nach Abschluss des Festivals verhagelt ein Missbrauchsvorwurf gegen einen Dirigenten die Bilanz.

Leipzig (epd). Nach dem Eklat beim Leipziger Bachfest im Zusammenhang mit einer augenscheinlichen Grenzüberschreitung des britischen Dirigenten John Eliot Gardiner zieht das Festival Konsequenzen. Über die bereits bestehende Einladung Gardiners zum Bachfest 2027 werde neu entschieden, teilte das Bach-Archiv als Veranstalter des Festivals am Dienstag in Leipzig mit. Weitere Planungen mit dem 83-Jährigen lägen „auf Eis“.

Mehrere Medien hatten am Montag berichtet, dass der Dirigent eine junge Frau bei einer öffentlichen Urkundenübergabe nach einem Bachfest-Konzert in der Thomaskirche bedrängt beziehungsweise belästigt haben soll. Wie eine Sprecherin des Festivals erklärte, habe er sich „grenzüberschreitend gegenüber einer Kollegin verhalten“.

Das Bachfest beabsichtige eine Begutachtung des vorliegenden Videos der Urkundenübergabe durch unbeteiligte Fachleute und werde danach das weitere Vorgehen abstimmen, hieß es. Die Veranstalter würden „keinerlei übergriffiges oder diskriminierendes Verhalten“ hinnehmen.

Fehlverhalten eingeräumt

Der Dirigent habe die junge Frau um Entschuldigung gebeten und sein Fehlverhalten eingeräumt. „Eine abschließende Bewertung nehmen wir nach abgeschlossener Aufarbeitung vor“, erklärte die Sprecherin. Priorität hätten die Unterstützung und der Schutz der Betroffenen.

Mithilfe externer Begleitung und in Abstimmung mit der Stadt Leipzig soll zudem ein Schutzkonzept erarbeitet werden, das bis zum Bachfest 2027 eingeführt wird. Das Bach-Archiv und sein Bachfest müssten „jederzeit ein sicheres Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden sein“, hieß es.