Berlin, Düsseldorf (epd). Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, hält Vorschläge der Rentenkommission zur Sicherung der Alterseinkünfte für nicht ausreichend. Der „Rheinischen Post“ (Sonntag online) sagte Fratzscher, die Vorschläge gingen in die richtige Richtung, blieben jedoch „insgesamt zu vorsichtig“.
Der Wirtschaftswissenschaftler erläuterte ferner: „Den Reformvorschlägen fehlen Mut und Konsequenz, denn sie ändern auf absehbare Zeit nichts Grundlegendes an den drei größten Problemen“. Diese seien eine hohe Altersarmut, eine zu starke Belastung der jungen Generation und eine „Schieflage bei der Gerechtigkeit“.
Aus für Rente mit 63 und Minijobs
Zuvor waren die Pläne der Kommission, die ihre Vorschläge offiziell am Dienstag vorstellen will, bekannt geworden. Mehrere Medien hatten über insgesamt 30 Einzelvorschläge der Kommission berichtet, darunter tagesschau.de, ZDF und „Bild“-Zeitung.
Danach soll das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden und mehr Menschen als bislang in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen - etwa Selbstständige, Beamte und Abgeordnete. Außerdem empfiehlt die Kommission eine kapitalgedeckte Zusatzrente, das Aus für die als „Rente mit 63“ bekannte Frühverrentung nach 45 Beitragsjahren und der von Rentenbeiträgen befreiten Minijobs. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht länger arbeiten kann, soll den Berichten zufolge künftig leichter in Rente gehen können.
Auch Fratzscher sieht „viele kluge und richtige Elemente“, zum Beispiel das höhere Renteneintrittsalter, die kapitalgedeckte Zusatzrente und weniger Frühverrentungen. Der Ökonom forderte Nachbesserungen von der Regierung mit dem Ziel, „vor allem die Grundrente zu stärken und armutsfester zu machen, große Einkommen und Vermögen im Alter stärker zu berücksichtigen und die Finanzierung auf nachhaltigere Füße zu stellen“.




