Dakar, Kapstadt (epd). Aus Angst vor fremdenfeindlichen Übergriffen haben in der südafrikanischen Metropole Kapstadt Hunderte Simbabwer ein Camp vor dem Konsulat Simbabwes aufgebaut. Sie hofften auf Hilfe für eine Rückkehr in ihre Heimat, berichtete die Nachrichtenseite „New Zimbabwe“ am Freitag. Seit Monaten geht die Anti-Einwanderungs-Bewegung „March and March“ in Südafrika gegen Migrantinnen und Migranten aus anderen afrikanischen Ländern vor. Zahlreiche Staaten wie Ghana, Nigeria, Mosambik, Malawi und Simbabwe haben freiwillige Rückführungen für ihre Staatsangehörigen organisiert.
Laut der südafrikanischen Zeitung „The Citizen“ wurden am Donnerstag im Rahmen einer 13-stündigen Rückführungsaktion 1.129 malawische und 467 simbabwische Staatsangehörige in Bussen über den Grenzübergang Beitbridge ins nördliche Nachbarland Simbabwe gebracht. Die Menschen vor dem Konsulat in Kapstadt fordern nun ebenfalls eine organisierte Rückführung.
Südafrikas Präsident verurteilt Gewalt
Die „March and March“-Bewegung hat Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere aufgefordert, Südafrika bis zum 30. Juni zu verlassen. In den vergangenen Monaten hat die Gruppe landesweit Proteste organisiert. Sie fordert Massenabschiebungen und macht Migrantinnen und Migranten für Arbeitslosigkeit, Kriminalität und die Überlastung öffentlicher Dienstleistungen verantwortlich.
Südafrika gilt als wichtigstes Zielland für Arbeitsmigranten im südlichen Afrika. Als größte und am stärksten industrialisierte Volkswirtschaft der Region bietet das Land vergleichsweise bessere Verdienstmöglichkeiten als viele Nachbarstaaten. Allerdings sind Visa- und Asylverfahren häufig langwierig, und die Behörden kämpfen mit einem erheblichen Rückstau in der Bearbeitung von Anträgen. Dadurch rutschen auch Menschen, die zunächst legal ins Land eingereist sind, nach Ablauf ihrer Dokumente in die Illegalität. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa verurteilt die fremdenfeindliche Gewalt und hat Maßnahmen gegen Gruppen angekündigt, die zu Gesetzlosigkeit aufrufen.




