Neues Mahnmal für Zeugen Jehovas im Berliner Tiergarten

Neues Mahnmal für Zeugen Jehovas im Berliner Tiergarten
Nach einem Beschluss des Bundestages von 2023 wird am Mittwoch am Goldfischteich im Berliner Tiergarten ein Mahnmal für die in der NS-Zeit verfolgten Zeugen Jehovas eingeweiht. Hier fanden damals geheime Treffen der Glaubensgemeinschaft statt.

Berlin (epd). Im Berliner Tiergarten wird am kommenden Mittwoch ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas eingeweiht. „Sie waren die einzige christliche Religionsgemeinschaft, die von Anfang an bis zum Ende Widerstand geleistet hat“, sagte der Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Uwe Neumärker, bei der Vorstellung des Projektes am Donnerstag in Berlin.

Das fünf Meter hohe Mahnmal wurde bereits am sogenannten Goldfischteich im Tiergarten aufgestellt. Es bestehe aus unbehandelter Bronze, weshalb sich eine Patina als „organischer Zeitstempel“ bilden werde, sagte der Künstler Matthias Leeck. Die abstrakte Bronzestele aus 15 Einzelstücken werde noch mit zehn Bäumen und einer Informationstafel ergänzt. Insgesamt hat das im Jahr 2023 vom Bundestag beschlossene Mahnmal den Angaben zufolge knapp mehr als eine Million Euro gekostet.

Geheimer Treffpunkt

Der Standort am Goldfischteich wurde nicht zufällig gewählt. Der Teich sei nach dem Verbot der Glaubensgemeinschaft im Jahr 1933 ein geheimer Treffpunkt der Zeugen Jehovas während der NS-Zeit gewesen, hieß es. Im August 1936 habe die Gestapo dort eine Verhaftungsaktion durchgeführt.

Insgesamt waren den Angaben zufolge mehr als 15.000 Frauen und Männer der Glaubensgemeinschaft in der NS-Zeit inhaftiert. 4.500 kamen in Konzentrationslager und wurden dort mit einem „lila Winkel“ stigmatisiert. Mehr als 1.800 von ihnen starben. Ergänzend zum Mahnmal wurde eine Webseite entwickelt, auf welcher Biografien von verfolgten Zeugen Jehovas nachgelesen werden können.