Bolivien und USA vereinbaren Zusammenarbeit gegen Drogenhandel

Bolivien und USA vereinbaren Zusammenarbeit gegen Drogenhandel
2008 hatte Bolivien die US-Drogenbehörde des Landes verwiesen. Jetzt setzt die neue Regierung wieder auf Zusammenarbeit.

Berlin, La Paz (epd). Nach fast 20 Jahren arbeiten die USA und Bolivien im Anti-Drogen-Kampf wieder zusammen: Der bolivianische Außenminister Fernando Aramayo und die US-Botschafterin Debra Hevia unterzeichneten am Dienstag (Ortszeit) ein entsprechendes Kooperationsabkommen. Es sieht technische Unterstützung und die Lieferung von Equipment im Wert von insgesamt 20 Millionen US-Dollar vor, wie das bolivianische Außenministerium auf der Plattform X mitteilte.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern verbesserten sich seit dem Regierungswechsel in Bolivien Ende vergangenen Jahres. Der neue Präsident, der Konservative Rodrigo Paz, kündigte schon kurz nach Amtsantritt eine erneute Zusammenarbeit mit der US-Drogenbehörde DEA (Drug Enforcement Administration) an. Diese war 2008 aus Bolivien ausgewiesen worden, nachdem die damalige Regierung unter Präsident Evo Morales ihr politische Spionage und Unterstützung der rechten Opposition vorgeworfen hatte.

UN besorgt über Ausweitung von Koko-Anbau

Der Anbau und Konsum von Koka-Blättern ist in Bolivien kulturell verankert und gesetzlich erlaubt, nicht jedoch deren Verarbeitung zu Kokain. Nach ersten positiven Entwicklungen, die trotz Ausweisung der DEA einen Rückgang der Kokainproduktion im Land vermuten ließen, zeigten sich die Vereinten Nationen in den letzten Jahren besorgt über eine Ausweitung des Anbaus. Auch laut dem lateinamerikanischen Investigativportal „Insight Crime“ sind in den vergangenen Jahren die Produktion und der Schmuggel von Kokain deutlich gestiegen.