Düsseldorf, Köln (epd). Der Sozialethiker Elmar Nass warnt vor dem Schaden, den von Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugte Politiker-Reden anrichten könnten. KI könne zu einem „Eingriff in unsere demokratische Streitkultur“ werden, sagte der Priester und Sozialethiker der „Rheinischen Post“ (Mittwoch) in Düsseldorf. Grundsätzlich halte er den Einsatz von KI in der Vorbereitung von Reden nicht für verwerflich, wenn damit Informationen gesammelt oder einzelne Formulierungen optimiert würden. „Problematisch wird es, wenn man sich ganze Textbausteine schreiben lässt oder sogar Gedankengänge und Argumentationsstränge vorgeben lässt“, betonte er.
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte vergangene Woche einen Gastbeitrag des Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) aus dem digitalen Angebot genommen, nachdem eine Software Hinweise auf einen starken KI-Einsatz geliefert hatte. Das löste eine Debatte über den Gebrauch von KI in Reden und Texten von Politikern aus. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) ist mittlerweile mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert.
Diskurs muss von Menschen geführt werden
Nass, der noch bis zum Abschluss des Sommersemesters an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) lehrt, betonte: „Der politische Diskurs muss von Menschen geführt werden.“ Sprache sei Ausdruck des Menschen und dürfe nicht Ausdruck von Maschinen sein.



