Berlin (epd). Am 86. Jahrestag des ersten Häftlingstransports in das NS-Vernichtungslager Auschwitz ist mit Gedenkfeiern an Todesopfer und Überlebende erinnert worden. Das Internationale Auschwitz-Komitee betonte anlässlich des Gedenkens am Sonntag die Bedeutung des Engagements junger Menschen bei der Weitergabe der Erinnerung. An den Feierlichkeiten in der Gedenkstätte Auschwitz habe sich auch eine Gruppe Auszubildender der Volkswagen AG beteiligt, erklärte Komitee-Geschäftsführer Christoph Heubner am Sonntag in Berlin.
Mit dem ersten Transport am 14. Juni 1940 wurden 728 überwiegend junge Polen und polnische Juden nach Auschwitz deportiert. Die meisten von ihnen hatten den Angaben zufolge versucht, aus Polen zu fliehen, um sich im Ausland bewaffneten Truppen anzuschließen und weiter gegen die deutschen Besatzer ihrer Heimat zu kämpfen.
„Hölle des Hasses“
Heubner betonte, die Häftlinge hätten nach ihrer Ankunft in Auschwitz schnell begriffen, „in welche Hölle des Hasses und des Vernichtungswillens sie geraten waren“. Als diejenigen, die das Innenleben des Lagers und die Mentalität der SS-Leute am besten und längsten kannten, hätten sie vielen anderen Häftlingen geholfen, nicht aufzugeben und Hunger, Schläge und Todesangst zu überstehen.
„Die Häftlinge, die nach ihnen nach Auschwitz deportiert wurden, gedenken ihrer auch heute mit großer Anerkennung und Dankbarkeit“, betonte Heubner. In Auschwitz ermordeten die Nationalsozialisten bis zur Befreiung des Lagers durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 mehr als eine Million Menschen, darunter rund 960.000 Jüdinnen und Juden.



