Köln (epd). Der Charité-Mediziner Maximilian Gertler hält es für „extrem unwahrscheinlich“, dass sich die Ebola-Epidemie vom Osten der Demokratischen Republik Kongo weit über die Region hinaus ausbreitet. Das Ausmaß der Krankheitsfälle sei derzeit zwar noch unbekannt, sagte der Epidemiologe der Universitätsmedizin Berlin am Montag dem Deutschlandfunk. Zugleich gebe es aber viele Helferinnen und Helfer im medizinischen Sektor vor Ort. „Und wenn wir das in der Region eindämmen, dann sollten wir uns auch wenig Sorgen darüber machen, dass es weit darüber hinaus geht“, sagte Gertler, der sich in der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ engagiert.
Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in Genf mitgeteilt hatte, wurden bis Donnerstag 676 bestätigte Krankheitsfälle in den der Demokratischen Republik Kongo erfasst. 136 Menschen seien gestorbenen. Das ganze Ausmaß des Ausbruchs sei noch immer nicht klar.
Hohe Dunkelziffer vermutet
Auch Gertler sprach von einer hohen Dunkelziffer. Das große Misstrauen der Bevölkerung in die Gesundheitsversorgung erschwere die Bekämpfung des Ebola-Virus. Daher sei es ganz wichtig, Vertrauen zu schaffen. Viele Menschen seien durch kriegerische Auseinandersetzungen vertrieben worden, sie hätten die Erfahrung gemacht, dass es keine staatlichen Strukturen gibt, die sie schützen.
Der Charité-Mediziner sagte, eine Epidemie könne man nur durch Prävention bekämpfen. „Und für Prävention braucht es Vertrauen“, fügte er hinzu. Und das sei ein „ganz, ganz rares Gut in der Region“.



