München (epd). Gegen den Mann, der im März Steine auf das israelische Generalkonsulat in München geworfen haben soll, ist Anklage erhoben worden. Dem 24-jährigen Jemeniten werde unter anderem die Störung des öffentlichen Friedens, schwerer tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte sowie Sachbeschädigung vorgeworfen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München am Mittwoch mit. Sie gehe von einer gefestigten israelfeindlichen Haltung des Angeschuldigten aus.
Die Anklage durch den Zentralen Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Justiz wurde bereits am 13. Mai erhoben. Der Beschuldigte soll am 7. März mehrere faustgroße Steine gegen die Fassade des Generalkonsulats geworfen und „Allahu Akbar“ gerufen haben. Den herbeigeeilten Polizeibeamten habe er zu verstehen gegeben, dass er Sprengstoff mit sich führe und viele Menschen töten wolle, teilte die Generalstaatsanwaltschaft weiter mit. Bei der Festnahme soll er die Polizeibeamten getreten haben, verletzt worden sei jedoch niemand. Die Beamten hätten den Beschuldigten nur unter erheblichem Kraftaufwand festnehmen können. Spezialkräfte der Polizei hätten schließlich eine Gefahrenlage ausschließen können.
Gutachten ergab verminderte Schuldfähigkeit
Am Generalkonsulat entstand ein Sachschaden von 1.000 Euro. Der Tatverdächtige befindet sich im Krankenhaus, ein Gutachten geht von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, wie die Generalstaatsanwaltschaft weiter mitteilte. Das Landgericht München I muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Es gilt die Unschuldsvermutung.



