Berlin (epd). Berlins evangelischer Bischof Christian Stäblein blickt mit gemischten Gefühlen auf die am Donnerstag beginnende Fußball-Weltmeisterschaft. Einerseits sei da „die Begeisterung für Spiel und Wettbewerb“. Andererseits gebe es „das unangenehme Gefühl, die Seele dieses eigentlich fröhlichen Spiels sei nun endgültig an politische Interessen verraten und verkauft“, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Samstag in seinem „Wort des Bischofs“ auf der RBB-Hörfunkwelle 88.8.
Eigentlich könnten diese Fußballfeste „eine alle verbindende Sommer- und regelrechte Auszeit für die erschöpfte Gesellschaft“ sein, sagte Stäblein. Mit der WM in Katar 2022 und jetzt unter anderem in den USA mit Präsident Donald Trump werde diese jedoch „immer mehr verspielt“. Die Sorge sei groß, dass das Spiel und die Idee dahinter Schaden nehmen.
Seele des Spiels „unkaputtbar“
Dennoch zeigte sich der Geistliche zuversichtlich, dass die eigentliche Seele des Fußballs „nicht klein zu kriegen sein“ wird. Diese sei vielmehr „unkaputtbar“: „Sie wird sich immer neu erfinden, gleichsam auferstehen.“ Dies sei an jedem Bolzplatz zu beobachten, wo manchmal auf einer Parkwiese auch zwei Jacken als Torbegrenzung reichten. Das Wesen des sportlichen Spiels bleibe, dass alle gleich und von gleicher Würde seien, unterstrich Stäblein.



