Mahnmal für Zeugen Jehovas wird eingeweiht

Mahnmal für Zeugen Jehovas wird eingeweiht
Im Berliner Tiergarten soll in drei Wochen ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Zeugen Jehovas eingeweiht werden. Die Skulptur zur Erinnerung an die Opfer aus der Glaubensgemeinschaft steht bereits.

Berlin (epd). Das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas im Berliner Tiergarten soll am 24. Juni eingeweiht werden. Wie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas mitteilte, werden dazu unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erwartet. Das Denkmal geht auf einen Beschluss des Bundestags von 2023 zurück. Die fast fünf Meter hohe abstrakte Bronzestele wurde nach einem Entwurf des Künstlers Matthias Leeck gestaltet.

Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas wurde den Angaben zufolge ab 1933 in Deutschland und ab 1938 auch im nationalsozialistisch beherrschten Europa systematisch verfolgt. Mehr als 15.500 Frauen und Männer wurden demnach inhaftiert, darunter 4.500 in Konzentrationslagern, wo sie mit einem „lila Winkel“ stigmatisiert wurden. Mindestens 1.800 Zeugen Jehovas starben dort.

Auch Baumpflanzungen geplant

Das rund zwölf Tonnen schwere Mahnmal steht im Berliner Tiergarten unweit des Komponistendenkmals. Die reliefartige, an einen Baumstamm erinnernde Struktur soll in den kommenden Monaten um zehn Bäume ergänzt werden. Auch eine Informationstafel ist geplant. Mit dem Standort soll auch an eine Gestapo-Verhaftungsaktion im August 1936 erinnert werden.