Hildesheim (epd). Der künftige Bischof von Münster, Heiner Wilmer, sieht in der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche weiterhin hohe Priorität. Er stehe zu dem von ihm 2018 geäußerten Satz, dass der Machtmissbrauch in der DNA der Kirche liege, sagte der Hildesheimer Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Montag bei einem Pressegespräch. „Überall, wo wir Menschen in Gruppen zusammen sind, gibt es die Gefahr, dass Macht missbraucht wird.“
Im Bistum Hildesheim laufe derzeit eine dritte Aufarbeitungsstudie, die auch seine Amtszeit umfassen werde und die im Jahr 2027 ihren Abschluss finden solle, erläuterte Wilmer zu seinem Abschied aus dem Bistum, das er seit 2018 leitet. „Ich habe mir, als ich anfing als Bischof, nicht vorstellen können, dass es dieses Ausmaß auch an Vertuschung und an Vergehen an Menschen gegeben hat.“
Abschiedsgottesdienst im Mariendom
Der 65-Jährige, der seit Februar auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, tritt Ende Juni an die Spitze des mit 1,6 Millionen Katholiken mitgliederstärksten deutschen Bistums in Münster. Seine Amtseinführung wird am Sonntag, dem 21. Juni, stattfinden. Am Samstag wird er im Bistum Hildesheim in einem Gottesdienst verabschiedet.



