Hannover, Magdeburg (epd). Die drei beliebtesten Orgeln des Jahres 2026 kommen aus Mitteldeutschland. Wie die kirchliche Stiftung Orgelklang am Mittwoch in Hannover mitteilte, wurde mit der Rühlmann-Orgel der St.-Michael-Kirche in Zeitz erstmals ein Instrument aus Sachsen-Anhalt zur „Orgel des Jahres“ gewählt. Bei einer bundesweiten Abstimmung entfielen fast 850 von mehr als 3.100 Stimmen auf die 1911 erbaute Orgel.
Auf den Plätzen zwei und drei folgten die Hartung-Orgel in der Laurentiuskirche im thüringischen Gebesee (575 Stimmen) und die Eule-Orgel der St.-Georgen-Kirche im sächsischen Waldkirchen (442 Stimmen). Insgesamt standen zwölf von der Stiftung geförderte Orgeln zur Abstimmung.
Sanierung nicht abgeschlossen
„Offenbar wird immer mehr Menschen bewusst, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, wenn in einer Kirche eine Orgel erklingt“, sagte Catharina Hasenclever, Geschäftsführerin der von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründeten Stiftung. „Das Bewusstsein wächst, dass für den Erhalt dieser majestätischen Instrumente etwas getan werden muss“, sagte Hasenclever. Seit 2010 hat die Stiftung mehr als 300 Förderzusagen für Orgeln mit insgesamt rund 1,7 Millionen Euro gegeben.
Das Instrument der Michaeliskirche in Zeitz (Burgenlandkreis) wurde 1911 in der Werkstatt von Wilhelm Rühlmann (Zörbig) gebaut. Dabei wurde der Prospekt eines älteren Instruments eingefügt. Veränderungen am Klangbild aus den 1950er Jahren sollen durch eine Restaurierung wieder beseitigt werden. Während der Blasebalg und die Windladen bereits instandgesetzt wurden, steht noch die Sanierung des Pfeifenwerks aus.



