Käßmann: Singen ist "Herzstück christlicher Spiritualität"

Käßmann: Singen ist "Herzstück christlicher Spiritualität"

Köln (epd). Die evangelische Theologin Margot Käßmann betrachtet das Singen als „Herzstück christlicher Spiritualität“. „Viele Menschen erleben ihren Glauben gerade auch über Lieder, über das gemeinsame Singen“, sagte Käßmann am Mittwoch im Deutschlandfunk und fügte hinzu: „Das bewegt, und da quillt dann beim Singen das Herz durchaus über.“

Die ehemalige hannoversche Landesbischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) äußerte sich zum Werk von Paul Gerhardt (1607-1676), der am Mittwoch vor 350 Jahren gestorben ist. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Kirchenlieddichter. „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, „Nun ruhen alle Wälder“ und „Befiehl du deine Wege“ gehören zu seinen bekanntesten Werken.

„Geh aus, mein Herz“ zur Beerdigung

Käßmann wünscht sich, dass „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ bei ihrer eigenen Beerdigung gesungen wird. „Meine Kinder und Enkel dürfen auch mit Dankbarkeit und Freude von mir Abschied nehmen“, sagte die 67-Jährige. Wenn ein älterer Mensch nach einem langen erfüllten Leben abtritt, könnten bei einer Trauerfeier auch fröhliche Töne erklingen. Es werde mit einer gewissen „Glaubensheiterkeit“ gefeiert, was der verstorbene Mensch gelebt hat.