Berlin (epd). Die deutsche Umsetzung der EU-Richtlinie für mehr Lohntransparenz verzögert sich. Das Gesetzgebungsverfahren solle „noch in diesem Jahr abgeschlossen werden“, teilte eine Sprecherin des zuständigen Bundesfamilienministeriums dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mit. Allerdings setzt die Richtlinie eine Umsetzungsfrist bis zum 7. Juni. Diese wird somit nicht eingehalten.
Der Entwurf für die Umsetzung sei in die sogenannte Frühkoordinierung gegeben worden, erklärte die Sprecherin. Dabei schauen insbesondere das Kanzleramt und das Bundesfinanzministerium auf ein Gesetzesvorhaben, bevor alle Ressorts beteiligt werden. Der Entwurf „zielt darauf, die Belastungen der Wirtschaft auf ein Minimum zu begrenzen“, erläuterte die Sprecherin.
Mehr Auskunftsrechte für Beschäftigte
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie soll für mehr Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen sorgen. Dazu wird unter anderem vorgeschrieben, dass Firmen in Stellenausschreibungen das eingeplante Gehalt angeben. Außerdem bekommen Beschäftigte im Vergleich zur heutigen deutschen Rechtslage mehr Auskunftsansprüche zu den Gehaltsstrukturen in ihrem Unternehmen. Größere Firmen müssen dazu auch Berichte veröffentlichen.
Für die Umsetzung in deutsches Recht berief die Regierung eine Fachkommission, die im November ihre Empfehlungen vorlegte. Damals kündigte das Familienministerium an, den Gesetzgebungsprozess „Anfang 2026“ einzuleiten.




