Fujimori gegen Sánchez bei Stichwahl am 7. Juni in Peru

Fujimori gegen Sánchez bei Stichwahl am 7. Juni in Peru
Nach langen Verzögerungen steht fest: Bei der Präsidentschaftswahl in Peru entscheiden die Menschen zwischen der ultraechten Kandidatin Fujimori und dem Linkspopulisten Sánchez.

Berlin, Lima (epd). In Peru wird am 7. Juni in einer Stichwahl entschieden, ob die ultrarechte Keiko Fujimori oder der Linkspopulist Roberto Sánchez die Präsidentschaft des Landes übernehmen. Nach mehr als einem Monat erklärte der nationale Wahlrat am Sonntag (Ortszeit) Fujimori und Sánchez zu den Siegern der Wahl vom 12. April.

Fujimori, die Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär regierenden Alberto Fujimori, erreichte demnach 17,2 Prozent der Stimmen. Sánchez kam auf den zweiten Platz mit zwölf Prozent. Weder Fujimori noch Sánchez werden nach aktuellem Stand der noch laufenden Stimmauszählung für das Abgeordnetenhaus und den Senat eine parlamentarische Mehrheit erreichen.

Fujimori kündigte eine Annäherung an das politische Zentrum des Landes an und traf sich mit dem Ex-Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski, wie die Zeitung „El Comercio“ berichtete. Demnach bedankte sie sich dafür, dass Kuzynski im Jahr 2017 ihren wegen Menschenrechtsverbrechen verurteilten Vater Alberto Fujimori begnadigt hatte. Sie habe sich ebenfalls für damalige politische Spannungen entschuldigt. Kuczynski war 2018 auf Druck von Fujimoris Partei Fuerza Popular von der Präsidentschaft zurückgetreten. Seitdem hat in Peru kein Präsident mehr sein Amt über die gesamte fünfjährige Amtszeit innegehabt.

Massive Verzögerungen bei der Abstimmung

Der zweitplatzierte Sánchez präsentierte derweil Fujimori als politische Erbin ihres Vaters und bezeichnete ihn als korrupt, wie die Zeitung „La República“ berichtete. Der drittplatzierte Rafael López Aliaga sprach weiterhin von Wahlfälschung, wobei er bislang keine Beweise dafür vorlegen konnte.

Während der Wahl hatte es massive Verzögerungen gegeben. Aufgrund zu spät gelieferter Stimmzettel konnten einzelne Wahllokale zunächst nicht öffnen, weshalb die Abstimmung verlängert wurde. Mittlerweile ermittelt die Justiz. Insgesamt traten 36 Kandidatinnen und Kandidaten für das Präsidentenamt an