Berlin (epd). Zum Internationalen Tag gegen Homophobie ist am Sonntag in Berlin eine neue Grab- und Gedenkstätte für LSBTIQ-Menschen eingeweiht worden. An der Eröffnung auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof nahmen nach Angaben der Schwulenberatung Berlin etwa 150 Gäste aus der queeren Community, Politik und Stadtgesellschaft teil. Mit der Grab- und Gedenkstätte sei ein dauerhafter Ort für Erinnerung, Trauer und queeres Leben mitten in Berlin entstanden, hieß es.
Das von dem Künstler Ulrich Vogl und dem Architekten Christoph Wagner gestaltete etwa 30 Quadratmeter große Areal bietet laut Schwulenberatung Raum für Urnen- und Sarggräber. Auf einer mehrere Meter langen, mit verschiedenfarbigen Steinen errichteten Friedhofsmauer sollen die Namen der Verstorbenen erscheinen.
„Kissing Stone“
Zudem gibt es einen von Vogl geschaffenen „Kissing Stone“, auf dem mit Lippenstift Kussmünder hinterlassen werden können. Der Stein knüpfe an eine lange Tradition queerer Symbolik an, an die Küsse, die an den Gräbern von Oscar Wilde (1854-1900) und Simone de Beauvoir (1908-1986) als Zeichen von Liebe, Freiheit und Anerkennung hinterlassen wurden, hieß es.
LSBTIQ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie queere Menschen.




