Innenminister warnen vor Sicherheitsrisiko einer AfD-Landesregierung

Innenminister warnen vor Sicherheitsrisiko einer AfD-Landesregierung
Mehrere Länderinnenminister fordern Vorkehrungen für den Fall eines AfD-Wahlsieges in Sachsen-Anhalt. Der Zugang der AfD zu sicherheitsrelevanten Informationen sei ein Sicherheitsrisiko.
17.05.2026
epd
Von Markus Geiler (epd)

Berlin (epd). Vor dem Hintergrund starker Umfragewerte der AfD in Sachsen-Anhalt fordern mehrere Innenminister Vorkehrungen für den Fall einer Regierungsbeteiligung der Partei. Bei der Innenministerkonferenz Mitte Juni in Hamburg müsse dringend darüber beraten werden, „welche Risiken eine mögliche Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt für die Sicherheitsarchitektur in Deutschland hat und wie wir dem entgegenwirken können“, sagte der Thüringer Ressortchef Georg Maier (SPD) dem „Handelsblatt“ (Samstag/Online).

Die AfD stelle aufgrund ihrer zahlreichen Kontakte zu autoritären Staaten und ihrer Vernetzung mit rechtsextremen Vorfeldorganisationen eine Gefahr für die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik dar: „Es darf nicht dazu kommen, dass geheime Informationen unserer Sicherheitsbehörden nach Russland oder in rechtsextreme Kreise abfließen“, sagte Maier.

Brandenburger Minister sieht „konkrete Gefahr“

Auch der brandenburgische Innenminister Jan Redmann (CDU) sieht demnach erhebliche Risiken. „Wenn eine in Teilen rechtsextreme Partei Zugang hat zu sicherheitsrelevanten Informationen, dann gefährdet das unser aller Sicherheit“, sagte er. Das sei kein theoretisches Risiko, sondern eine konkrete Gefahr. Deutschlands Sicherheitsmodell basiere auf Vertrauen. Partner aus Bund, Ländern und auf internationaler Ebene teilten dieselben Werte. „Wer diese Werte infrage stellt, vernichtet Vertrauen“, warnte Redmann.

Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach sich laut „Handelsblatt“ ebenfalls für entsprechende Vorkehrungen aus. Auch die Abläufe in der Innenministerkonferenz müssten dann angepasst werden.

„Dafür arbeiten, dass es nicht so weit kommt“

Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Alexander Throm, äußerte sich dagegen zurückhaltend. Er halte von derartigen öffentlichen Diskussionen nichts, sagte Throm den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online): „Wir müssen vielmehr jeden Tag dafür arbeiten, dass es so weit nicht kommt.“

In Sachsen-Anhalt wird im September ein neuer Landtag gewählt. Jüngsten Umfragen zufolge könnte die dortige AfD auf mehr als 40 Prozent der Stimmen kommen. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.