Migrationsforscher vermisst Erwerbszuwanderung nach Deutschland

Migrationsforscher vermisst Erwerbszuwanderung nach Deutschland
Der Konstanzer Migrationsforscher Daniel Thym hält es aber grundsätzlich für richtig, die Asylmigration nach Deutschland strenger zu handhaben.

Köln (epd). Die Migrationspolitik der seit einem Jahr amtierenden schwarz-roten Bundesregierung stößt beim Migrationsforscher Daniel Thym grundsätzlich auf Zustimmung. „Ich glaube, dass es prinzipiell richtig ist, dass Deutschland als Einwanderungsland versucht, im Bereich der Asylmigration strenger zu sein und gleichzeitig dann bei der legalen Wirtschaftsmigration großzügiger zu sein, damit mehr Leute als Arbeitskräfte kommen“, sagte Thym am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Doch diese Balance gelingt der Bundesregierung nach seinen Worten „noch nicht so wirklich gut: Die Zahlen bei der Erwerbsmigration gehen nicht so wirklich nach oben“, erklärte der Leiter des Forschungszentrums Ausländer- und Asylrecht an der Universität Konstanz.

Grenzkontrollen müssten „früher oder später“ enden

Kritisch äußerte sich Thym über die Grenzkontrollen. Davon ließen sich Asylsuchende nicht abschrecken: Das seien Menschen, die in Schlauchbooten über das Mittelmeer gefahren seien - „die lassen sich dann von einem Bundespolizisten nicht abhalten“. Sie versuchten es am nächsten Tag oder zwei Stunden später an einer anderen Stelle erneut: „Und meistens schaffen sie es dann auch.“

Die Grenzkontrollen müssten „früher oder später auch enden“, weil sie dem Schengen-Abkommen widersprächen.