UN-Berichterstatter fordert Strafen für Myanmars Streitkräfte

UN-Berichterstatter fordert Strafen für Myanmars Streitkräfte
Seit Jahrzehnten greift das Militär in dem südostasiatischen Land die Zivilbevölkerung an, verfolgt ethnische Minderheiten und begeht weitere schwere Verbrechen. Die Täter gehen laut den Vereinten Nationen straffrei aus.

Genf (epd). Der UN-Sonderberichterstatter für Myanmar, Tom Andrews, hat die Straflosigkeit bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit in dem diktatorisch regierten Land angeprangert. Jahrzehnte ohne Strafverfolgung der Täter aus den Reihen der Armee hätten eine Katastrophe für die Menschenrechte ausgelöst, erklärte Andrews am Dienstag in Genf.

In einem Bericht forderte Andrews, die Streitkräfte müssten ihre Attacken gegen die Bevölkerung einstellen, die Täter und ihre Auftraggeber zur Rechenschaft gezogen werden. Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen kritisierte die Weltgemeinschaft, die zu wenig zur Unterstützung der Opfer geleistet habe.

Wachsende Wut und Frustration

Andrews warnte, dass die Bevölkerung Myanmars frustriert und wütend darüber sei, dass der jahrzehntelange Kreislauf aus Gewalt und Unterdrückung unvermindert anhalte, ohne dass auch nur ein einziger hochrangiger Militärangehöriger zur Rechenschaft gezogen worden sei.

Seit Jahrzehnten greift das Militär in dem südostasiatischen Land die Zivilbevölkerung an, verfolgt ethnische Minderheiten wie die muslimischen Rohingya und begeht weitreichende sexuelle Gewalt sowie weitere schwere Menschenrechtsverletzungen. Im Februar 2021 putschte sich das Militär zurück an die Macht und intensivierte die Unterdrückung der Bevölkerung.

Sonderberichterstatter Andrews arbeitet im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats und stellt regelmäßig Berichte zur Lage in Myanmar vor.