Thüringer Stiftung will eigene Schlossgärtner ausbilden

Thüringer Stiftung will eigene Schlossgärtner ausbilden
In der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten fehlen Fach- und Nachwuchskräfte zur Pflege der zahlreichen Parks. Deswegen sollen nun die ersten Schlossgärtner ausgebildet werden.

Rudolstadt (epd). Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten startet ein Ausbildungsprogramm für Thüringens erste Schlossgärtner. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass es zunehmend schwieriger werde, für die historischen Parks und Gärten in ganz Thüringen gut ausgebildete Gartendenkmalpfleger zu finden, erklärte Direktorin Doris Fischer am Donnerstag in Rudolstadt. Deshalb wolle die Stiftung deren Ausbildung schrittweise in eigener Regie aufbauen.

Gartenreferent Jonathan Simon bezeichnete die Gartendenkmalpflege als ein besonders reizvolles Arbeitsgebiet für Gärtnerinnen und Gärtner. Zunächst sei ein Einsatz in den Dornburger Schlossgärten vorgesehen. Für eine vielseitige Lehrzeit biete sich diese Grünanlage an, die seit mehr als 200 Jahren von Fachleuten gepflegt und erhalten werde. Perspektivisch sollen auch in dem guten Dutzend weiteren Parks solche Lehrstellen angeboten werden.

Kooperation mit Fachfirma

Die dreijährige Ausbildung bietet laut Stiftung in Kooperation mit einer Fachfirma eine vollständige Ausbildung zum Landschaftsgärtner. Darauf aufbauend werde die Fachabteilung der Stiftung zusätzlich praktische Einblicke in die historische und moderne Gartenpflege vermitteln.

Die Dornburger Schlossgärten über der Saale bei Jena umfassen auf circa vier Hektar mehrere Gärten: den Landschaftsgarten am Renaissanceschloss, einen geometrisch gestalteten Garten vor dem Rokokoschloss sowie den Obstgarten am Alten Schloss. Das Ensemble war im 19. Jahrhundert bevorzugte Sommerresidenz der Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach und geschätzter Aufenthaltsort Johann Wolfgang von Goethes (1749-1832).