Kirchenpräsidentin Tietz: Kirche stärkt Demokratie

Kirchenpräsidentin Tietz: Kirche stärkt Demokratie
Die hessen-naussauische Kirchenpräsidentin Tietz warnt eindringlich vor der AfD.

Frankfurt a.M. (epd). Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Christiane Tietz, hat das Erstarken der AfD bei der jüngsten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz und den Kommunalwahlen in Hessen als Gefahr für die „Menschenwürde-Demokratie“ bezeichnet. „Ich habe die Sorge, dass die AfD unsere Demokratie zerstört“, sagte Tietz am Donnerstag zum Auftakt einer Synodentagung der Landeskirche in Frankfurt am Main.

Die Theologin verwies auf das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt, wo im September eine Landtagswahl stattfindet. In der Präambel werde die Menschenwürde nicht erwähnt, nur noch „gewisse Grundrechte“, die eine bei der Wahl unterlegene Minderheit genießen könne.

Tietz: Kirche stärkt „Menschenwürde-Demokratie“

Extremistische Parteien zögen ihre Zustimmung aus weltweiten Krisen, die Ängste und Überforderungsgefühle erzeugten, sagte die Kirchenpräsidentin. Die Erfahrung von Verlusten und die Angst vor sozialem Abstieg würden von Populisten zu Zorn, Ressentiment und Empörung aufgeladen. Sie schürten das Misstrauen in Bereichen wie Wissenschaft und Medien und bildeten „Misstrauensgemeinschaften“ gegenüber dem Staat.

Die Kirche dagegen stärke die „Menschenwürde-Demokratie“, bekräftigte Tietz. Nach biblischer Überzeugung sei jeder Mensch Gottes Ebenbild und zum freien, verantwortungsvollen Handeln befähigt. In der Kirche machten Menschen die Erfahrung, „dass das eigene Handeln einen Unterschied macht“.