Berlin (epd). Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hofft angesichts des wochenlangen Überlebenskampfes eines Buckelwals in der Ostsee auf mehr Sensibilität für den Schutz der Meere. „Das sichtbar gewordene Leiden des Buckelwals erzählt die dramatische Geschichte zum schlechten Zustand der Ostsee“, erklärte Nabu-Leiter Meeresschutz Kim Detloff am Mittwoch: „Einst fischreich und Heimat Zehntausender Schweinswale, haben Nährstoffeinträge, Müll, Überfischung und industrielle Nutzung die Ostsee zu einem gefährlichen Ort für viele Meerestiere gemacht.“
Der Nabu zeigte sich darüber hinaus besorgt über die aktuelle Rettungsaktion: „Zu geschwächt und krank scheint der Buckelwal, zu lang sein Leiden, zu auffällig die wiederholten Strandungen. Durch den nachvollziehbaren Drang der Menschen, dem Wal zu helfen, droht das Wohl des Tieres verloren zu gehen.“
Appell für Rettung der Ostsee
Detloff forderte, aus dem Überlebenskampf des Wales zu lernen: „Tier- und Naturschutz sind keine Gegner. Jedes Jahr ertrinken Dutzende Schweinswale in Stellnetzen oder sogenannten Geisternetzen.“ Die Fischerei müsse nachhaltiger und die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft abgestellt werden. Nur damit habe die Ostsee eine Zukunft, und mit ihr die Wale, Robben und Seevögel an den deutschen Küsten.
Gefragt sei jetzt die Politik in Bund und Ländern, fügte der Nabu-Experte hinzu. Mindestens zehn Prozent des Küstenmeeres von Mecklenburg-Vorpommern müssten streng geschützt werden, die Schutzgebiete seien freizuhalten von Fischerei und lärmenden Motorbooten. Zudem müsse die Bundesregierung einen Aktionsplan zum wirksamen Schutz von Nord- und Ostsee vorlegen.




