Böckler-Erhebung: Mehrheit für mehr Investitionen in Infrastruktur

Böckler-Erhebung: Mehrheit für mehr Investitionen in Infrastruktur
Straßenbau, Nahverkehr, Gesundheit, Pflege, Schule - die Liste öffentlicher Problemfelder ist lang. Laut einer Erhebung des Böckler-Instituts IMK ist eine Mehrheit für mehr öffentliche Investitionen - auch wenn dafür neue Kredite nötig sind.

Düsseldorf (epd). Die Bevölkerung stimmt einer Erhebung zufolge weitgehend darin überein, dass der Staat mehr Geld in die Infrastruktur stecken muss, auch wenn dafür neue Kredite nötig sind. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung verwies am Mittwoch in Düsseldorf auf eine Studie ihres Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), wonach der Wunsch nach höheren Investitionen am deutlichsten mit Blick auf Gesundheitswesen und Pflege ist. In diesem Bereich sprechen sich demnach 91 Prozent der Befragten für eine Erhöhung der Ausgaben aus; mehr Geld für Bildung befürworten 87 Prozent.

Für mehr öffentliche Gelder für Straßen, Brücken und Autobahnen sprechen sich der Befragung zufolge 82 Prozent aus, für öffentliche Sicherheit 80 Prozent. Für Bahnverbindungen und öffentlichen Nahverkehr sind es 78 Prozent. Auf geringere, aber immer noch mehrheitliche Zustimmung treffen Mehrausgaben für Mobilnetz und Internet mit 56 Prozent, für Klima- und Umweltschutz mit 53 Prozent sowie für Fußgänger- und Fahrradwege mit 51 Prozent.

Befragung von 2.700 Menschen

Für ihre Analyse haben die IMK-Forscher Jan Behringer und Sebastian Dullien Angaben von rund 2.700 Erwachsenen ausgewertet. Diese hatten im Oktober und November 2025 an einer repräsentativen Online-Befragung im Auftrag des IMK teilgenommen,.

Die Zustimmung für mehr Investitionen ist mit Blick auf Klima- und Umweltschutz im Vergleich zu einer früheren Umfrage von 2021 um 20 Prozentpunkte gesunken, hinsichtlich Mobilnetz und Internet um zwölf Prozentpunkte, bei Fußgänger- und Fahrradwegen um vier Prozentpunkte.