Energiepreise im Fokus des Petersberger Klimadialogs

Energiepreise im Fokus des Petersberger Klimadialogs
Umweltminister Schneider wirbt bei dem Klima-Treffen in Berlin für mehr Tempo beim Umstieg auf erneuerbare Energien - auch als Antwort auf steigende Preise infolge des Nahostkriegs.

Berlin (epd). Zum Auftakt des Petersberger Klimadialogs hat Umweltminister Carsten Schneider (SPD) für die Energiewende geworben. Die aktuelle Energiepreiskrise sei „eine Krise der fossilen Energien“, sagte er am Dienstag in Berlin vor Klimapolitikern aus rund 40 Staaten. Fossile Energien lieferten nicht die verlässliche Grundlage, die Menschen, Unternehmen und Volkswirtschaften benötigten. „Wir müssen unabhängiger werden von teurem und unsicherem Öl und Gas.“

Erneuerbare Energien bezeichnete Schneider als „Sicherheitsenergien“, deren Ausbau aus Gründen von Klima- und Versorgungssicherheit vorangetrieben werden müsse. Klimaschutz stehe zwar unter Druck, werde jedoch von einer deutlichen Mehrheit in der Bevölkerung unterstützt.

Die aktuelle Lage biete auch eine Chance für klimapolitische Fortschritte, betonte Schneider. Erneuerbare Energien, Elektromobilität und Wärmepumpen seien „gute Gegenmittel“ der Entwicklungen an der Straße von Hormus. Entscheidend seien Fortschritte vor allem in Industrie, Verkehr und Gebäuden: „Das Motto ist elektrifizieren statt verbrennen.“

UN-Klimachef fordert zur Zusammenarbeit auf

Der Chef des UN-Klimasekretariats, Simon Stiell, rief die Teilnehmenden zur Zusammenarbeit auf, um der Bedrohung durch die globale Erhitzung Einhalt zu gebieten. „Nie zuvor war die Notwendigkeit, das Handeln zu beschleunigen, so offensichtlich wie heute.“

Stiell verwies auf das „Kosten-Chaos“ für fossile Brennstoffe durch den Krieg im Nahen Osten. Diese belasteten Volkswirtschaften weltweit und schränkten politischen Handlungsspielraum ein. Saubere Energie könne dagegen Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit stärken.

Greenpeace-Protest im Hafen

Umweltverbände dringen auf deutlich schnellere Fortschritte. Germanwatch erklärte, die stark gestiegenen Preise für Öl und Gas beschleunigten in vielen Ländern den Ausbau erneuerbarer Energien. Der Petersberger Klimadialog müsse diese Dynamik aufgreifen und die internationale Klimazusammenarbeit stärken. Der WWF hofft auf ein klares Signal für den Ausstieg aus fossilen Energien und den Aufbau internationaler Allianzen.

Greenpeace warf der Bundesregierung vor, mit wenig Glaubwürdigkeit in die Gespräche zu gehen: „Sie ist Gastgeberin einer Klimaschutzkonferenz, drosselt im eigenen Land jedoch die Anstrengungen zum Klimaschutz - etwa beim Verbrenner-Aus, der Blockade eines deutschlandweiten Tempolimits, oder beim Heizen mit Öl und Gas“, sagte geschäftsführender Vorstand Martin Kaiser. Vor dem Tagungsgebäude im Berliner Westhafen demonstrierten am Morgen mehrere Aktivistinnen und Aktivisten in Kanus.

Klimakonferenz in Antalya

Das zweitägige Treffen dient der Vorbereitung auf die nächste UN-Klimakonferenz, die Ende des Jahres in der Türkei stattfinden wird. Der Petersberger Klimadialog in der deutschen Hauptstadt soll den klimapolitischen Austausch voranbringen und die 31. Weltklimakonferenz vorbereiten. Am Mittwoch wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet. Ministerinnen und Minister aus mehr als 40 Ländern sind eingeladen, insgesamt sind rund 400 Teilnehmende angemeldet. Schneider zufolge sind „fast alle Staaten vertreten, die relevant sind“.