Bamenda, Rom (epd). Papst Leo XIV. hat erneut eine eindringliche Aufforderung zum Frieden formuliert. „Die Welt wird von wenigen Tyrannen zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten“, sagte der Papst am Donnerstag bei einem Friedenstreffen in der Stadt Bamenda im Nordwesten Kameruns. Leo befindet sich seit Montag auf einer elftägigen Afrika-Reise.
Der Papst kritisierte abermals den Missbrauch der Religion für politische Zwecke. „Wehe denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen.“ Mit dem Friedenstreffen im anglofonen Bamenda wolle der Papst zum Dialog beitragen, hieß es vorab aus dem Vatikan. Am Ende des Treffens ließ Leo XIV. sieben Friedenstauben frei.
Kritik an Kriegsausgaben
In seiner leidenschaftlichen Ansprache dankte Leo auch all jenen, „besonders den Frauen, Laien und Ordensschwestern“, die sich um Menschen kümmern, die durch Gewalt traumatisiert sind. „Die Kriegsherren tun so, als ob sie nicht wüssten, dass ein Augenblick genügt, um zu zerstören, dass aber oft ein ganzes Leben nicht ausreicht, um wiederaufzubauen“, sagte Leo. Milliarden von Dollar würden für das Töten und Zerstören ausgegeben. Man finde jedoch nicht die Mittel, „um zu heilen, zu erziehen und wiederaufzurichten.“
Das heutige Kamerun ist 1961 aus dem Zusammenschluss französischer und britischer Mandatsgebiete entstanden. Diese waren nach dem Ersten Weltkrieg aus der Übernahme der deutschen Kolonie hervorgegangen. In den englischsprachigen Regionen besteht seit zehn Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen separatistischen Gruppierungen und Truppen der frankofonen Regierung. Für die etwa 20 Prozent der Bevölkerung Kameruns, die dort leben, hat dieser eine schwere humanitäre Krise ausgelöst.
Papst Leo hatte in den vergangenen Tagen mehrfach US-Präsident Donald Trump für dessen Kriegskurs gegen den Iran kritisiert. Trumps Drohen mit dem Auslöschen einer ganzen Zivilisation, die dieser kurz vor einer Einigung auf eine Waffenruhe ausgesprochen hatte, nannte er „inakzeptabel“.





