Berlin (epd). Laut einer Studie sehen 95 Prozent der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten ihre Arbeit durch antidemokratische Entwicklungen bedroht. Zudem hätten 63 Prozent der Befragten mindestens eine Form von antifeministischen Angriffen erlebt, teilten die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen sowie die Amadeu Antonio Stiftung am Dienstag in Berlin mit. Mehr als jede fünfte Befragte berichtete von Einschränkungen bei Angeboten und Projekten.
Die häufigste Form der Angriffe sind demnach direkte verbale Anfeindungen im Amt, auch interne Sabotage spielt eine Rolle. Rund jede sechste Gleichstellungsbeauftragte schätzte die eigene Sicherheit oder die des Teams als gefährdet ein. Die Studie basiert den Angaben zufolge auf einer bundesweiten Befragung von 351 kommunalen Gleichstellungsbeauftragten.
Gesellschaftlicher Seismograf
Die Hauptautorin der Studie und Leiterin der Antifeminismusarbeit der Amadeu Antonio Stiftung, Sabine Herberth, bezeichnete Gleichstellung als gesellschaftlichen Seismografen: „Wer Gleichstellungsarbeit angreift, stellt nicht nur ein Fachthema infrage, sondern zentrale Prinzipien unserer Demokratie: Schutz vor Gewalt, gleiche Rechte und gesellschaftliche Teilhabe.“ Kommunale Gleichstellungsbeauftragte sollen Gleichberechtigung fördern und Benachteiligungen abbauen.



