Gedenken an Opfer des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora

Gedenken an Opfer des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora
Zeitzeugen haben beim Gedenken an die Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora vor 81 Jahren zur gesellschaftlichen Wachsamkeit aufgerufen. Redner kritisierten fehlende Förderung von Initiativen gegen Rechtsextremismus.

Nordhausen (epd). In Nordhausen ist am Montag an die Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora vor 81 Jahren erinnert worden. An der Feier in der Gedenkstätte nahmen auch zwei hochbetagte Holocaust-Überlebende teil, der 97-jährige Jerry Wartski aus den USA und der 99-jährige Andrei Moiseenko aus Belarus. Albrecht Weinberg aus dem ostfriesischen Leer musste aufgrund gesundheitlicher Probleme seine Teilnahme an dem Gedenken nördlich von Nordhausen in Thüringen kurzfristig absagen.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) betonte, Mittelbau-Dora stehe für unermessliches Leid. Es gehe darum, diese Orte zu stärken. Gedenken sei keine Pflicht, sondern Verpflichtung. In Gedenkstätten werde die Erinnerung wachgehalten. Sie erfüllten als Lernorte eine Funktion, die in der heutigen Zeit wichtiger denn je sei. Gedenken sei ein Schutzmechanismus der Demokratie.

Mangelnde Finanzierung kritisiert

Gedenkstättenleiter Andreas Froese kritisierte in seinem Grußwort, dass die Arbeit der zahlreichen Initiativen der Zivilgesellschaft nicht ausreichend finanziert werde. Dass Bündnissen gegen Rechtsextremismus Fördermittel mit dem Hinweis auf deren mangelnde Neutralität gestrichen worden seien, sei falsch. Im Kampf gegen Rechtsextremismus könne es keine Neutralität geben.

Der Leipziger Sänger Sebastian Krumbiegel rief dazu auf, die Demokratie gegen jene Feinde zu verteidigen, die sie unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Alternative abschaffen wollen. Er stehe hier, weil er nicht in die Situation seiner Großmutter kommen wolle, die zur NS-Zeit die Verbrechen sah, aber aus Angst um ihr Leben nicht einzugreifen wagte, sagte Krumbiegel.