Rom (epd). Papst Leo XIV. hat einen eindringlichen Aufruf zum Frieden formuliert. „Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!“, sagte der Papst am Samstagabend während eines von ihm initiierten Friedensgebets im Petersdom in Rom.
Das Gleichgewicht in der Menschheitsfamilie sei schwer erschüttert, sagte Leo. „Sogar der heilige Name Gottes, des Gottes des Lebens, wird für Todesreden herangezogen.“ Anfang März waren Aufnahmen aus dem Weißen Haus veröffentlicht worden, die zeigen, wie mehrere Geistliche mit dem US-Präsidenten Donald Trump um göttlichen Beistand für diesen beteten.
Leo XIV.: Wer betet, tötet nicht
„Wer betet, ist sich seiner Grenzen bewusst“, sagte der Papst am Samstagabend im Petersdom, „er tötet nicht und droht nicht mit dem Tod.“ Dem Tod unterworfen sei, wer dem lebendigen Gott den Rücken gekehrt habe, „um sich selbst und seine eigene Macht zum stummen, blinden und tauben Götzen zu machen, dem alle Werte geopfert werden und der verlangt, dass die ganze Welt vor ihm die Knie beugt“.
Am Dienstag hatte Leo die Drohung Trumps mit der Auslöschung einer ganzen Zivilisation, die dieser kurz vor einer Einigung auf eine Waffenruhe mit dem Iran ausgesprochen hatte, als „inakzeptabel“ bezeichnet.
Energischer Aufruf zum Dialog
Ein „Krümelchen Glaube“ genüge, führte der Papst am Samstagabend aus, um „als Menschheit und mit Menschlichkeit dieser dramatischen Stunde der Geschichte zu begegnen.“ Papst Leo erwähnte Trump in seiner Ansprache am Samstag nicht namentlich, richtete sich aber an die „Regierenden aller Nationen“. „Ihnen rufen wir zu: Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden“, sagte Leo und ergänzte: „Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an die Tische, an denen die Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden!“
Mit dem Gebet hätten die Gläubigen einen „Damm gegen jene Allmachtsfantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden“, erklärte der Papst in seiner Ansprache nach dem Rosenkranzgebet.



