Berlin (epd). Pflegeverbände sehen aufgrund der hohen Benzinpreise die verlässliche Versorgung von Patienten auf dem Land gefährdet. „Die ambulante Pflege ist in besonderem Maße von steigenden Kraftstoffpreisen betroffen“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands für Pflegemanagement, Sarah Lukuc, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Mittwoch). Denn Pflegefachkräfte legten täglich zahlreiche Kilometer zurück, um Patientinnen und Patienten zu erreichen.
Die Mehrkosten könnten in der Regel nicht kurzfristig refinanziert werden, erklärte Lukuc. „Im Ergebnis drohen Einschränkungen im Versorgungsangebot, insbesondere im ländlichen Raum.“
Laut dem Deutschen Pflegeverband ist es für die Branche nur schwer möglich, die gestiegenen Betriebskosten zu stemmen. „Die engen Kalkulationssätze sind nicht dazu geeignet, derartige Kostenexplosionen dauerhaft auszugleichen“, sagte der Vorsitzende Markus Mai dem Redaktionsnetzwerk.
Staatlich fixierte Maximalpreise gefordert
Anders als andere Branchen sind Pflegedienste in ihrer Preisgestaltung nicht frei. Wie viel für einzelne Leistungen berechnet werden kann, regeln die mit den Pflegekassen vereinbarten Gebührenordnungen.
Die Bundesregierung müsse jetzt schnell reagieren und die Spritpreisentwicklung eindämmen, erklärte Mai. Er forderte unter anderem staatlich fixierte Maximalpreise, „damit derartige Entwicklungen letztlich nicht dazu führen, dass Dienste aufgrund der wirtschaftlichen Situation vom Netz genommen werden und die regionale Versorgungssicherheit gefährdet ist“. Gerade in Flächenregionen wirke sich die Entwicklung dramatisch aus.



