Frankfurt a.M., Port-au-Prince (epd). In Haiti sind die ersten Sicherheitskräfte einer internationalen Einheit zur Banden-Bekämpfung eingetroffen. Das gab die von den UN gestützte Militär- und Polizeimission „Gang Suppression Force“ (GSF) am Mittwoch (Ortszeit) bekannt. Der Sonderbeauftragte der Einheit, Jack Christofides, sei in der Hauptstadt Port-au-Prince angekommen, ebenso wie ein Vorauskommando von Truppen aus dem Tschad.
In Haiti breiten sich bewaffnete Banden, die die Bevölkerung seit Jahren terrorisieren, immer weiter aus. Die Gewalt geht den UN zufolge aber auch von Polizei und Militär, privaten Sicherheitsdiensten und Selbstverteidigungsgruppen aus.
Schutz von Bevölkerung und Infrastruktur
Die GSF wurde auf Anfrage der haitianischen Regierung ins Leben gerufen. Sie löst eine von Kenia angeführte multinationale Polizei-Mission ab, die seit Mitte 2023 die haitianischen Sicherheitskräfte unterstützt, aber nicht den gewünschten Erfolg erzielt hat. Von April bis Oktober sollen insgesamt 5.500 Soldaten und Polizisten aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik ankommen. Sie sollen gegen die Banden vorgehen, Infrastruktur, Verkehrswege sowie die Bevölkerung schützen.
Laut den Vereinten Nationen wurden allein von März 2025 bis Mitte Januar 2026 über 5.500 Menschen durch die Gewalt getötet. Die Banden beherrschen weite Teile der Hauptstadt Port-au-Prince, sie kontrollieren aber auch wichtige See- und Landwege.
Die im Oktober vom UN-Sicherheitsrat abgesegnete neue Eingreiftruppe ist zunächst auf ein Jahr befristet. Haitianische und internationale Beobachter sind jedoch skeptisch. Die UN waren mit einer Vielzahl unterschiedlicher Missionen im Land präsent, darunter von 2004 bis 2017 mit der Blauhelmmission Minustah, deren Einsatz nach zahlreichen Skandalen eingestellt wurde.



