EU lockert Emissionshandelssystem und erhöht Angebot an Zertifikaten

EU lockert Emissionshandelssystem und erhöht Angebot an Zertifikaten
Die will das Emissionshandelssystem lockern, um die Stabilität der Energiepreise zu gewährleisten. Kritiker warnen, dass dadurch der Druck auf Unternehmen, Emissionen zu reduzieren, sinken könnte.

Brüssel (epd). Die EU-Kommission passt ihr wichtiges Klimaschutzinstrumen an, das Emissionshandelssystem (ETS). Sie will mehr CO2-Zertifikate verfügbar halten, um den Markt stabiler zu machen und starke Preisschwankungen zu vermeiden. Ein Sprecher der Kommission erklärte, dies sei eine Reaktion auf die aktuelle Energiekrise. Eine umfassende Überprüfung des ETS ist für Juli 2026 angekündigt.

Im Rahmen des ETS müssen Unternehmen, deren Betrieb klimaschädliches Kohlendioxid ausstößt, für jede emittierte Tonne ein Zertifikat erwerben. Das seit 2005 bestehende System umfasst eine Marktstabilitätsreserve. Bisher werden Zertifikate in dieser Marktstabilitätsreserve, die 400 Millionen überschreiten, automatisch gelöscht. Künftig sollen diese Mengen in der Reserve bleiben und bei Knappheit oder stark steigenden Preisen wieder in den Markt gelangen.

Kritiker warnen, dass dadurch der Druck auf Unternehmen, Emissionen zu reduzieren, sinken könnte. Die Kommission betont hingegen, dass die Änderung vor allem für mehr Stabilität und Planungssicherheit sorgen soll. Der Schritt folgt auf die Ankündigung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, das ETS müsse modernisiert und flexibler gestaltet werden.