Rom (epd). Papst Leo XIV. hat zum Beginn der Osterfeierlichkeiten eindringlich zum Frieden aufgerufen. Niemand könne Gott, der den Krieg ablehnt, dazu benutzen, Krieg zu rechtfertigen, sagte der Papst in seiner Predigt zum Palmsonntag. Mit der Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz hat das erste Osterfest in seinem Pontifikat begonnen.
Immer wieder betonte der Papst in seiner Predigt die Bedeutung Jesu als König des Friedens. Gott sei ein Gott, „der das Gebet derer, die Krieg führen, nicht erhört und es mit den Worten zurückweist: 'Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut'“. Christus rufe noch immer laut von seinem Kreuz herab: „Legt die Waffen nieder, denkt daran, dass ihr Brüder und Schwestern seid!“, mahnte der Papst.
Christen erinnern in der Karwoche an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz und feiern an Ostern seine Auferstehung von den Toten. Die Feierlichkeiten im Vatikan dazu enden am Ostersonntag mit dem Segen „Urbi et Orbi“, den der Papst von der Loggia des Petersdom aus der Welt spenden wird.
Leo prangert in Monaco Kluft zwischen Arm und Reich an
Auch bei seinem eintägigen Besuch im Fürstentum Monaco, wohin der Papst am Samstag per Helikopter gereist war, fand Leo eindringliche Worte für den aktuellen Zustand der Welt. „Gewöhnen wir uns nicht an den Lärm der Waffen, an die Bilder des Krieges“, sagte Leo am Samstagnachmittag während der Messfeier im Fußballstadion von Monaco.
Rund 15.000 Menschen hatten an der Messe teilgenommen. Papst Leo war der erste Papst der Neuzeit, der das Fürstentum besucht hat. Leo prangerte dabei auch eine wachsende „Kluft zwischen Arm und Reich“ an. In einer ersten Ansprache, die er vom Balkon des Fürstenpalasts aus hielt, sprach er über „Abgründe zwischen Arm und Reich“.
Der Kleinstaat Monaco gilt als steuergünstiges Umfeld für Wohlhabende. Etwa jeder Dritte der rund 38.500 Einwohner soll Millionär sein. „In Gottes Augen empfängt man nichts ohne Grund“, sagte der Papst. Privilegien seien „für alle eine besondere Aufforderung, sich nach dem eigenen Platz in der Welt zu fragen“.



