Washington (epd). In den USA haben sich am Samstag nach Angaben der Organisatoren acht Millionen Menschen zu „No Kings“-Kundgebungen versammelt. Die Proteste fanden in Metropolen wie Chicago, Los Angeles und New York City sowie zahlreichen Kleinstädten statt. In rund 3.300 Orten richteten sich die Demonstranten gegen das ihrer Ansicht nach zunehmend autoritäre Vorgehen von US-Präsident Donald Trump. Auf Plakaten und Schildern mit Botschaften wie „Verteidigt Demokratie“, „Trump muss weg“, „Kein König, kein Krieg, keine Milliardäre“ und „ICE Raus“ wendeten sich die Demonstranten zudem gegen den Iran-Krieg und die Einwanderungsbehörde ICE.
Trump habe das „Ego eines Königs und das Temperament eines Kindes“, sagte die Veranstaltungsrednerin Sarah Parker vom Verband „Stimmen aus Florida“. Eine der größten Kundgebungen fand in St. Paul statt, der Hauptstadt von Minnesota. Der Bundesstaat war im Winter durch wochenlange Proteste gegen ICE und das oftmals brutale Vorgehen der Behörde bekannt geworden.
„Streets of Minneapolis“
Der Rockstar Bruce Springsteen sang sein neues Lied „Streets of Minneapolis“ für die in Minneapolis (Minnesota) erschossenen Aktivisten Renee Good und Alex Pretti. Der „reaktionäre Albtraum“ werde nicht anhalten, sagte Springsteen. Die Mitbegründerin der Anti-Trump Organisation „Indivisible“ („Unteilbar“), Leah Greenberg, warnte, „Möchtegern-Diktatoren“ würden gefährlicher, wenn sie Kontrolle verlieren. Trump werde kommende Wahlen stehlen wollen.
Es war die dritte „No Kings”-Kundgebung. Die erste war im Juni vergangenen Jahres. Im Oktober 2025 haben daran mehrere Millionen Menschen teilgenommen. Die US-Regierung reagierte mit Spott auf die Kundgebungen am Samstag. Eine Sprecherin des Weißen Haus sagte, nur “Reporter, die dafür bezahlt werden", seien an den Kundgebungen interessiert.
Machtdemonstration am 1. Mai geplant
Widerstand sei das „Gegenmittel zur Unterdrückung“ und zu der Verzweiflung, die Unterdrückung vermitteln will, sagte Deirdre Schifeling vom Verband „American Civil Liberties Union“ bei einer Pressekonferenz. Kritiker, auch von linker Seite, bemängelten, dass die Forderungen von „No Kings“ nicht konkret genug seien.
Trotz schlechter Umfragewerte hat Trump vieles durchsetzen können. Einer der No-Kings Organisatoren, Ezra Levin, kündigte am Samstag eine „Eskalation“ des Protests an. Für den ersten Mai ist eine nationale wirtschaftliche Machtdemonstration geplant: Nicht zur Arbeit gehen, Geschäfte schließen und nicht einkaufen.



