Studie: Altersvorsorge-Reform bevorzugt Gutverdiener

Studie: Altersvorsorge-Reform bevorzugt Gutverdiener
Am Freitag will der Bundestag über eine Reform der privaten Altersvorsorge abstimmen. Der vorliegende Gesetzentwurf sei eine Sparsubvention für Gutverdiener, kritisiert eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

Düsseldorf (epd). Pläne der Bundesregierung zum Umbau der privaten Altersvorsorge bevorzugen einer Studie zufolge die Bezieher hoher Einkommen. Ein vorliegender Regierungsentwurf „beende die bisherige Praxis, Menschen mit geringem Einkommen besonders profitieren zu lassen“, teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag in Düsseldorf mit.

Die Bundesregierung will die private Altersvorsorge umfassend reformieren. Unter anderem sind neue Vorsorgeprodukte und veränderte Fördermöglichkeiten geplant. Der Bundestag stimmt voraussichtlich am Freitag darüber ab.

Mehr Zulagen für höhere Beiträge

Sowohl die bisherige als auch die im Gesetzentwurf vorgeschlagene Förderung für private Altersvorsorge sehen laut der Studie der Böckler-Stiftung Zulagen vor. Im Entwurf solle es jedoch keine pauschalen Zulagen mehr geben, sondern diese sollten relativ zu den Beiträgen der Sparenden steigen.

Die vorgeschlagene Struktur der Förderung bewirke, dass Menschen, die mehr sparen könnten als andere, nicht nur in absoluten Beträgen mehr Förderung erzielen könnten, sondern auch relativ zu ihrer Sparsumme, kritisierte die Stiftung. Es sei besser, „die private Vorsorge generell auf den Prüfstand zu stellen und eine konsistente Alterssicherung aufzubauen, die einer starken öffentlichen Rentenversicherung die zentrale Rolle zuweist“.