Berlin (epd). Schülerinnen und Schüler mit ausländischen Wurzeln erleben einer Analyse zufolge an Schulen immer wieder rassistische Diskriminierungen. Zwar seien solche Vorfälle eher selten, heißt es in der am Mittwoch in Berlin vom Mediendienst Integration vorgestellten Untersuchung „Rassistische Diskriminierung in der Schule“. Für bestimmte Schüler bestehe allerdings ein erhöhtes Risiko.
So berichteten Schülerinnen und Schüler mit türkischen und arabischen Wurzeln häufiger, persönlich diskriminiert worden zu sein als ihre Mitschüler, deren Familien aus Osteuropa oder aus Ex-Jugoslawien stammen. Auch fühlten sich Jungen stärker diskriminiert als Mädchen. Zudem würden gruppenbezogene Diskriminierungen häufiger wahrgenommen als persönliche.
Weniger Diskriminierung bei starker Identifikation
Zugleich berichteten Schülerinnen und Schüler mit migrantischen Wurzeln, die sich stark mit Deutschland identifizieren, von weniger Diskriminierungen als Schüler, die eine Distanz zur Bundesrepublik haben.
Für die Analyse hatten die Autorinnen Aileen Edele und Sophia Harms die Ergebnisse von zahlreichen Feldstudien, wissenschaftlichen Arbeiten und Untersuchungen ausgewertet. Edele ist Professorin für Empirische Lehr-Lernforschung an der Humboldt-Universität Berlin, Harms ist dort als Bildungsforscherin tätig.
Institutionelle Diskriminierung
Als größeres Problem sehen sie in den Schulen eine institutionelle Diskriminierung. Der Schulalltag orientiere sich zumeist an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen aus der Mehrheitsgesellschaft. Dabei hätten mittlerweile rund 40 Prozent aller Schüler und Schülerinnen in Deutschland einen Migrationshintergrund.


