EU-Bischöfe dringen auf Neustart der Nahost-Diplomatie

EU-Bischöfe dringen auf Neustart der Nahost-Diplomatie
Angesichts der neuen Gewaltwelle im Nahen Osten fordern die katholischen Bischofskonferenzen der EU‑Länder einen Neustart der europäischen Diplomatie. Der italienische Comece‑Präsident Mariano Crociata warnt vor einer Spirale der Vergeltung.

Brüssel (epd). Die katholischen Bischofskonferenzen aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben mit Blick auf die neue Welle der Gewalt im Nahen Osten die EU zu einem Neustart der Diplomatie aufgefordert. Die anhaltende Krise spiegele „eine Schwächung der regelbasierten internationalen Ordnung und eine anhaltende Missachtung des Völkerrechts“ wider, erklärte der Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (Comece), Mariano Crociata, am Mittwoch in Brüssel. Er warnte davor, dass eine Logik der Vergeltung eine gefährliche Spirale in Gang setzen und sowohl die regionale als auch die globale Stabilität gefährden könnte.

Der Präsident der katholischen EU-Bischöfe forderte die Europäische Union auf, geeint zu bleiben und ihre Berufung als Friedensprojekt zu erneuern, indem sie eine Deeskalation fördert, diplomatische Bemühungen wieder aufnimmt und das Völkerrecht „auch im Bereich der Nichtverbreitung von Kernwaffen“ achtet. Der italienische Bischof Crociata ermahnte die EU, die Sicherheit und das Wohlergehen ihrer Bürger sowohl im Nahen Osten als auch innerhalb ihrer Grenzen zu gewährleisten und gleichzeitig potenzielle Folgen wie Störungen der Energieversorgung anzugehen.

Kommission wurde 1980 gegründet

Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (Comece) setzt sich aus den katholischen Bischofskonferenzen aller EU-Mitgliedstaaten zusammen. Sie wurde 1980 mit Zustimmung des Heiligen Stuhls gegründet, um die EU-Bischofskonferenzen gegenüber den EU-Institutionen zu vertreten.