Senegal: Inhaftierte Studenten nach Protest vorläufig freigelassen

Senegal: Inhaftierte Studenten nach Protest vorläufig freigelassen
Drei als Rädelsführer von Protesten inhaftierte Studenten sind wieder frei. Derweil wird für Samstag zu einem Marsch gegen Polizeigewalt aufgerufen.

Dakar (epd). Im Senegal sind nach Protesten an der größten Universität des Landes drei inhaftierte Studenten vorläufig freigelassen worden. Dies bestätigte die senegalesische Studierendenvereinigung CA-UCAD am Mittwochabend in einer über Messenger-Dienste verbreiteten Erklärung. Den drei unter Auflagen Freigelassenen wird von den Behörden eine führende Rolle bei den Protesten an der Cheikh-Anta-Diop Universität in der Hauptstadt Dakar vorgeworfen. Das Verfahren gegen sie soll demnach weitergeführt werden.

Seit November protestieren Studierende im westafrikanischen Land für bessere Lernbedingungen und die Auszahlung der seit Monaten ausbleibenden staatlichen Stipendien. Am 9. Februar eskalierte die Lage, nachdem Sicherheitskräfte das Campusgelände der Cheikh-Anta-Diop Universität gestürmt und auf die fliehenden Studierenden eingeprügelt hatten. Ein Zahnmedizinstudent kam dabei ums Leben. Sein Tod rief Empörung über die unverhältnismäßige Polizeigewalt hervor. Für den 21. Februar rief ein Kollektiv gegen Polizeigewalt zu einem friedlichen Marsch auf.

Untersuchung des Studenten-Todes gefordert

Laut der Staatsanwaltschaft kam der 21-jährige Abdoulaye Ba ums Leben, nachdem er aus dem Fenster seines Zimmers im 4. Stock des brennenden Wohnheims gesprungen war. Die Aussagen von Studenten, dass die Polizei Ba zu Tode geprügelt habe, wies der zuständige Staatsanwalt als „verrücktes Gerücht“ zurück. Die Studentenvereinigungen und diverse Menschenrechtsgruppen haben eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle am 9. Februar gefordert. Zudem erklärte die CA-UCAD den heutigen Donnerstag zum Tag der Erinnerung an Ba und rief zum Streik auf.