UN: Epstein könnte Verbrechen gegen Menschlichkeit begangen haben

UN: Epstein könnte Verbrechen gegen Menschlichkeit begangen haben
UN-Fachleute zeigen sich erschüttert vom Ausmaß der Epstein-Verbrechen. Die Taten deuteten auf ein globales kriminelles Netzwerk hin.

Genf (epd). Menschenrechts-Fachleute der UN haben die Straftaten des verstorbenen US-amerikanischen Finanziers Jeffrey Epstein und seines Netzwerks in die Nähe von Verbrechen gegen die Menschlichkeit gerückt. Sexuelle Sklaverei, Vergewaltigung, Zwangsprostitution oder Folter könnten als solche Verbrechen gewertet werden, erläuterten die Expertinnen und Experten am Montag in Genf.

Die Verbrechen seien vor dem Hintergrund rassistischer Überzeugungen, Korruption, extremer Frauenfeindlichkeit und der Kommerzialisierung und Entmenschlichung begangen worden, sagten die Experten mit Blick auf den Inhalt der sogenannten Epstein-Akten. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Epstein-Akten, die auf die Existenz einer globalen kriminellen Vereinigung hindeuteten, hätten das Gewissen der Menschheit erschüttert und erschreckende Fragen hinsichtlich der Straffreiheit für Verbrechen aufgeworfen.

Experten loben Mut der Opfer

Die Experten lobten den Mut der Opfer, die trotz erheblicher persönlicher Kosten Gerechtigkeit einforderten. Eine Gruppe dieser Überlebenden habe sich kürzlich mit der UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Reem Alsalem, getroffen. Die Sonderberichterstatterin gehört zu den UN-Experten, die in der Regel vom Menschenrechtsrat bestellt werden.

Die Epstein-Akten dokumentieren Kontakte, Kommunikation, Treffen und Ermittlungen gegen Epstein. Auf den Millionen Seiten, Fotos, Videos und andere Daten finden sich Namen von etlichen prominenten Persönlichkeiten, die teilweise engen Kontakt zu Epstein pflegten. Seit der Veröffentlichung geraten immer mehr Prominente und auch Politiker unter Druck, die in den Dokumenten genannt werden.